- Bestattungskultur im Wandel
Bereits 85 % der Bestattungen in Judenburg sind Feuerbestattungen – wie Bestattungsleiterin Silvia Arlt eingangs berichtete. Mit individuell gestalteten Urnenaufbahrungen und der Aschenstreuwiese am Friedhof Judenburg bietet die Bestattung zeitgemäße Möglichkeiten für einen würdevollen Abschied. Der Verstorbenen auf der Aschenstreuwiese kann mit digitalen Gedenkkerzen gedacht werden. Auch für traditionelle Kerzen wurde ein eigener Platz geschaffen. Unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben ist es zudem möglich, einen kleinen Aschenanteil in einer Erinnerungsurne mit nach Hause zu nehmen.
Ein persönliches Vorsorgegespräch hilft, Wünsche frühzeitig festzuhalten und Angehörige im Trauerfall zu entlasten. www.stadtwerke.co.at/bestattung
- Hospizarbeit: Dasein am Ende des Daseins
Ingrid Neuper vom Judenburger Hospizteam gab Einblicke in die wertvolle Arbeit der ehrenamtlichen Hospizbegleiter. Sie schenken schwerkranken und sterbenden Menschen Zeit, Nähe und Zuwendung – zu Hause, in Pflegeheimen, Krankenhäusern und im Palliativbereich.
Gerade angesichts zunehmender Einsamkeit ist diese Begleitung besonders wertvoll – für die Betroffenen ebenso wie für die Ehrenamtlichen selbst.
Die fundierte Ausbildung umfasst ein Basisseminar an drei Abenden, acht Wochenendmodule und 40 Praxisstunden. Regelmäßiger Austausch unterstützt die Ehrenamtlichen bei ihrer sinnstiftenden, aber auch herausfordernden Tätigkeit.
https://hospiz-stmk.at/ueber-uns/teams/team-judenburg/
- Rechtzeitig vorsorgen – rechtlich abgesichert sein
Notar Bertram Hofer widmete sich den rechtlichen Aspekten der Vorsorge und erläuterte die Unterschiede zwischen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.
Mit einer Vorsorgevollmacht wird festgelegt, wer stellvertretend Entscheidungen treffen darf, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist. Sie kann etwa finanzielle, behördliche oder gesundheitliche Angelegenheiten umfassen. Eine Patientenverfügung hingegen bestimmt, welche konkreten medizinischen Behandlungen man ablehnt, wenn man nicht mehr selbst entscheiden kann. Beide Instrumente ergänzen einander und tragen dazu bei, den eigenen Willen zu wahren.
Auch die gesetzliche Erbfolge nach österreichischem Recht wurde thematisiert: Ohne Testament erben grundsätzlich die nächsten Angehörigen nach einer festgelegten Reihenfolge.
Ein Testament ermöglicht es, den Nachlass nach persönlichen Wünschen zu regeln, wobei gesetzliche Pflichtteilsansprüche zu berücksichtigen sind. Gerade bei Patchworkfamilien, unverheirateten Paaren oder alleinstehenden Menschen ist eine rechtzeitige Beratung sinnvoll.
Jede familiäre Situation ist individuell. Nicht immer sind zusätzliche Regelungen notwendig, häufig können sie jedoch Sicherheit schaffen und spätere Konflikte vermeiden.
Informationen und Beratung bieten die österreichischen Notariate – in Judenburg unter anderem www.hofer-pail.at.
- Vorsorge ist Fürsorge
Der Abend machte deutlich: Sich rechtzeitig mit dem Lebensende auseinanderzusetzen, schafft Sicherheit, bewahrt Selbstbestimmung und entlastet Angehörige. Denn wer vorsorgt, denkt nicht nur an sich selbst, sondern auch an die Menschen, die bleiben.