Wie gut ist Judenburg derzeit mit Trinkwasser versorgt und welche Herausforderungen bringt die Klimakrise für die Wasserversorgung mit sich? Dieser Frage gingen die Abgeordneten zum Nationalrat Julia Herr und Wolfgang Moitzi gemeinsam mit der Judenburger Bürgermeisterin Elke Florian bei einem Besuch bei der Stadtwerke Judenburg AG nach.
Dass die Stadt aktuell eine gute und stabile Wasserversorgung hat, konnte Johannes Hinterleitner (STWJUAG) eindrucksvoll darstellen. Die Stadt verfügt in der Wasserversorgung über mehrere Standbeine: Wasser aus 9 Quellen und 2 Brunnen sowie die Anbindung an die Aichfeld-Ringleitung. Während die Schüttung der Quellen aufgrund der fehlenden Niederschläge zurückgegangen ist, zeigt sich die Situation der Brunnenanlagen stabil: ihre Grundwassersäule liegt nur leicht unter dem Mittel der vergangenen Jahre. Trotz der derzeit guten Situation gilt: Wassersparen bleibt immer eine gute Idee, denn die Entwicklungen der vergangenen Jahre zeigen, dass Wasser auch in Österreich zunehmend zu einer strategischen Ressource wird.
Trinkwasserversorgung muss oberste Priorität haben
Bürgermeisterin Elke Florian betonte die gute Zusammenarbeit und zeigt sich erleichtert über die stabile Situation in Judenburg. Gleichzeitig dürfe man die Auswirkungen des Klimawandels nicht aus den Augen verlieren. Neben der Wasserversorgung werde insbesondere der Hitzeschutz im Stadtgebiet immer wichtiger. „Bei zukünftigen Bauprojekten müssen wir Beschattung von Anfang an mitdenken – gerade bei Schulen und Kindergärten oder an öffentlichen Plätzen“, so Florian.
Nationalrätin Julia Herr verwies auf die zunehmende Dramatik der Situation in vielen Teilen Österreichs: Mehr als 100 Gemeinden mussten heuer bereits Maßnahmen setzen und die Wasserversorgung einschränken oder zeitweise abdrehen. In zahlreichen Regionen befinde sich das Grundwasser bereits im roten Bereich. Die Entwicklungen seien eng mit der Klimakrise verbunden. „Wir müssen jetzt einen klaren Rahmen schaffen, an dem sich Gemeinden, Wirtschaft und Bevölkerung orientieren können“, fordert Herr. Sie will deshalb das Klimaschutzgesetz weiter vorantreiben. Gesetzlich festgelegte Klimaziele seien notwendig, um langfristige Planungssicherheit zu schaffen und die erforderlichen Maßnahmen verbindlich zu machen.
Stadtwerke Judenburg als starkes regionales Beispiel
Wolfgang Moitzi betont die Bedeutung der Stadtwerke Judenburg AG für die Region und zeigt sich zufrieden mit den vorhandenen Strukturen und der professionellen Sicherung der Wasserversorgung. Gleichzeitig müsse man sich darauf einstellen, dass sich die Rahmenbedingungen verändern. „Die Klimakrise verlangt neue Regeln. Wasser ist nicht mehr unendlich vorhanden“, so Moitzi. Auch die steigenden Temperaturen würden uns langfristig begleiten: Die Hitze werde nicht einfach wieder verschwinden.
Judenburg ist bei der Wasserversorgung aktuell gut aufgestellt – gleichzeitig verlangt die Klimakrise vorausschauendes Handeln. Sichere Trinkwasserversorgung, sparsamer Umgang mit Wasser und konsequenter Hitzeschutz müssen dabei zusammengedacht werden.
Mehr zum Judenburger Trinkwasser: www.stadtwerke.co.at/wasser/